Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist die einzige Großstadt in Nordhessen und nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt des Bundeslands Hessen. Kassel ist die historische Hauptstadt Hessens und hatte von 1277 bis 1866 Hauptstadtfunktionen inne. Die Stadt ist heute Sitz des Regierungsbezirks Kassel und des Landkreises Kassel. Sie bildet eines der 9 Oberzentren des Landes Hessen. International bekannt ist Kassel, das zu beiden Ufern der Fulda liegt, vor allem durch den Bergpark Wilhelmshöhe mit den Kasseler Wasserspielen im Habichtswald und die seit 1955 alle 4 bis 5 Jahre stattfindende Kunstausstellung documenta; aus diesem Grund trägt Kassel seit März 1999 offiziell den Beinamen documenta-Stadt. Kassels Einwohnerzahl überschritt um das Jahr 1899 die 100.000-Grenze, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde; zur Zeit hat Kassel 193.589 Einwohner (Februar 2007). Innenstadt Kassel Die Kasseler Innenstadt mit Fußgängerzone hat nach dem schnellen Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg total zerstörten Altstadt in den 1950ern seit Ende der 1980er Jahre enorme Umstrukturierungen durch Einkaufsgalerien bzw. „Shopping Malls“ und internationale Filialketten erfahren. Wie international so auch in Kassel geschieht dieser Innenstadtumbau in Konkurrenz zum „Speckgürtel“ oder zu den Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ um eine Großstadt, und unter Verdrängung sozialer Randgruppen sowie besonders traditionell ansässiger, aber vergleichsweise kleiner Geschäfte. International bekannt wurde Kassel unter anderem mit der Planung und dem Bau der so genannten Treppenstraße, einer Fußgängerachse, die den Hauptbahnhof mit dem Friedrichsplatz (zentraler Platz) verbindet und mit der erstmals nach modernen städtebaulichen Kriterien gebaut wurde. Aufgrund des Baus des ICE-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe verloren sowohl Hauptbahnhof als auch die einst stark frequentierte Treppenstraße jedoch ihre Bedeutung. Brauchtum und Spezialitäten in Kassel Zu den kulinarischen Spezialitäten zählt nach Meinung vieler Kasseler Bürger das Weckewerk, ein aus Fleischnebenprodukten hergestelltes Nahrungsmittel, sowie die Ahle Wurscht (hochdeutsch: Alte Wurst) und der traditionelle Speckkuchen. Eine in ganz Hessen beliebte Essensbeilage ist die Griene Soße (hochdeutsch: Grüne Soße). Kasseler ist allerdings keine Kasseler Spezialität, sondern nach dem Berliner Metzger Cassel benannt worden. Die Einwohner der Stadt unterscheiden sich selbst zwischen Kasselern, Kasselanern und Kasselänern. Der Kasseler ist lediglich ein Zugezogener, während der Kasselaner in Kassel geboren ist. Kasseläner darf sich nur nennen, wessen beide Elternteile bereits Kasselaner oder Kasseläner waren.
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