Erlangen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Die Stadt ist Sitz des Landkreises Erlangen-Höchstadt und mit gegenwärtig fast 104.000 Einwohnern die kleinste der insgesamt acht Großstädte des Freistaates Bayern. Erlangen bildet zusammen mit den Städten Nürnberg und Fürth einen Städteverbund, der eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern darstellt. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden sie die Metropolregion Nürnberg, eine von elf Metropolregionen in Deutschland. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1974 die Grenze von 100.000, wodurch Erlangen zur Großstadt wurde. Heute wird die Stadt vor allem durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und zahlreiche Niederlassungen des Elektrokonzerns Siemens AG geprägt. Man ist zudem bestrebt, die Bundeshauptstadt der Medizin zu werden. Ein weiter in die Geschichte zurückreichendes, aber immer noch spürbares Element ist die Ansiedlung von Hugenotten nach der Rücknahme des Edikts von Nantes im Jahre 1685. Sonstiges Erwähnenswertes und Merkwürdigkeiten Bundesweite Bekanntheit erlangte 1981 das Lied „Wissenswertes über Erlangen“ von Foyer des Arts. Im Liedtext von Max Goldt finden sich keine direkten Bezüge zu den realen Gegebenheiten in Erlangen (mit der Ausnahme, dass Erlangen tatsächlich nicht im Sauerland liegt). Vielmehr muss der Name „Erlangen“ als Platzhalter für eine beliebige deutsche Stadt herhalten. Die Titelzeile wird von Journalisten oft als Schlagzeile für Artikel benutzt, die irgendetwas mit Erlangen zu tun haben. Das Erlanger Baby: Ein Vorfall am Universitätsklinikum im Jahre 1992 brachte Erlangen in die bundesweiten Schlagzeilen. Nach dem Verkehrsunfall einer 19jährigen Schwangeren wurde diese trotz ihres Hirntodes künstlich am Leben erhalten, um den Fötus zu retten. Die Maßnahme blieb ohne Erfolg, der Fötus starb einige Tage später bei einem Spontanabort. Wegen der breiten öffentlichen Debatte über den Fall wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache den Ausdruck Erlanger Baby zu einem der Wörter des Jahres 1992. Auffallend an Erlangen ist auch die hohe Zahl an studentischen Verbindungen. Es gibt 18 schlagende und nicht-schlagende, politische und unpolitische Vereinigungen männlicher Studenten. Der Erlanger Schriftsteller Tobias Bachmann rechnete in seiner 2006 veröffentlichten Science Fiction Erzählung "Der Untergang der Stadt Erlangen" auf satirisch phantastische Art und Weise mit seiner Heimatstadt ab: Sein Ich-Erzähler beobachtet, wie vogelartige Riesentiere die Hugenottenstadt als Niststadt auswählen und Erlangen in Schutt und Asche legen. Zynismus bleibt hierbei nicht verborgen: "Der Schlot der Stadtwerke war abgeknickt, diverse Hochhäuser in sich zusammengestürzt. Immerhin, so dachte ich, die Vögel scheinen übermäßigen Appetit auf die architektonischen Hässlichkeiten dieser Stadt zu haben." Auch wenn zum Ende der Erzählung alles wieder gut wird, bleibt das Fazit, welches die Geschichte eröffnet: "Die Zukunft hatte Franken auch nichts gebracht." Erlanger Bier Gern zitiert wird eine Passage aus Karl Mays Roman „Durch das Land der Skipetaren“: Einem Orientalen, dem der Held Kara Ben Nemsi darin begegnet, fällt zu Deutschland als allererstes die Stadt „Elanka“ (Erlangen) ein, in der angeblich selbst Säuglinge mit Bier gepäppelt würden. Tatsächlich genoss Erlangen – das einst fast 30 Brauereien beherbergte und, schon sehr früh an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen, Bier wie Braustoffe fleißig exportierte – im 19. Jahrhundert einen internationalen Ruf als Stadt des Gerstensaftes. Noch heute zeugen hiervon amerikanische und schwedische Biersorten, die unter dem Namen „Erlanger“ verkauft werden. Im alten Erlangen hatte schon zu Zeiten der Stadtgründung jeder Bürger der Altstadt das Recht, sein eigenes Bier zu brauen. In der Altstadt stand das sogenannte „Gemeinbräuhaus", das jeder Bürger nutzen konnte. Mit Unterbrechungen war dieses Bräuhaus bis 1813 in Betrieb. Von den besagten 30 Brauereien sind allerdings heute nur noch zwei übrig: Kitzmann und die wiederbelebte Steinbach. Grund dafür war (neben den Wirtschaftskrisen der 20er-Jahre) u. a., dass die Erlanger Brauer den ausstoßsteigernden Innovationsschub der modernen Kühltechnik verschliefen. Als in München bereits elektrisch gekühlt wurde, verließen sie sich auf die bewährten Kellergewölbe ihres Burgbergs.
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