Leipzig ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten Sachsens und mit etwa 507.500 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Freistaates. Leipzig gehört zu den sechs Oberzentren Sachsens und ist Sitz des Regierungsbezirks Leipzig. Die Stadt ist ein Kern des Ballungsraums Leipzig-Halle und damit Teil der Metropolregion Sachsendreieck. Sie ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und bildet einen der wirtschaftsstärksten Räume der neuen Bundesländer. Nach Verleihung des Stadtrechts und der Marktprivilegien im Jahre 1165 entwickelte sich Leipzig bereits während der Deutschen Ostsiedlung zu einem wichtigen Handelszentrum. Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa mit einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück. Neben Frankfurt am Main ist die Stadt ein historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Außerdem befinden sich in Leipzig eine der ältesten Universitäten sowie die älteste Handels- und Musikhochschule Deutschlands. Bedeutung in der jüngeren Geschichte erhielt die Stadt durch die Montagsdemonstrationen 1989, die den entscheidenden Impuls für die Wende durch die „friedliche Revolution“ und die Wiedervereinigung Deutschlands gaben. Leipzig verfügt über eine große musikalische Tradition, die vor allem auf das Wirken Johann Sebastian Bachs und Felix Mendelssohn Bartholdys zurückgeht und sich auf die Bedeutung des Gewandhausorchesters und des Thomanerchors stützt. Leipziger Messe Die Stadt Leipzig ist über die Grenzen Deutschlands hinaus auch durch die Leipziger Messe bekannt. Sie gilt als eine der ältesten Messeplätze der Welt. Die Tradition geht auf das Marktrecht von dem Meißner Markgrafen Otto der Reiche im Jahr 1165 zurück. Im Jahr 1190 wurden der Jubilatemarkt (Ostermarkt) und der Michaelismarkt durch den Meißner Markgraf Albrecht der Stolze bestätigt. Ab 1218 ließen sich die ersten urkundlich benannten Kaufleute und Handwerker in Leipzig nieder. 1341 kauften die Tuchmacher ihr eigenes Gebäude am Leipziger Markt, das erste „Gewandhaus“. Ebenfalls ab dem 13. Jahrhundert wurden in Leipzig Waren mit polnischen und im 14. Jahrhundert mit böhmischen Kaufleuten gehandelt. Ab 1420 wurde der Markt als Umschlagplatz für Nürnberger Kaufleute nach Polen genutzt. 1458 erhielt Leipzig von Kurfürst Friedrich II. das Recht für den Neujahrsmarkt. Von da an war die Stadt ein bedeutender Umschlagplatz für Metalle, Pelze, Seide, Edelsteine, Zinn und sächsisches Silber. 1497 verlieh Kaiser Maximilian I. Leipzig das Reichsmesseprivileg. 1507 erhielt die Stadt das Stapelprivileg, was bedeutet, dass im Umkreis von 115 km keine Messen veranstaltet werden durften. Auch war das Lagern von Gütern vor der Stadt verboten. Seit 1573 war es der Stadt gelungen, feste Handelsbeziehungen nach Moskau aufzubauen. 1824 wurde Leipzig zum Welthandelsplatz, als auch Händler aus Nordamerika, Brasilien, Argentinien und Indien an der Messe teilnahmen. 1833 wurden alle Privilegien vom Deutschen Zollverein für ungültig erklärt. Zum Frühjahr 1895 erfolgte die Umstellung von einer Waren- zur weltweit ersten Mustermesse. Während der Zeit des Bestehens der Deutschen Demokratischen Republik waren die Frühjahrs- und Herbstmessen ein wichtiger Treffpunkt des Handels zwischen Ost und West. Mit der Wiedervereinigung wurden die beiden saisonalen Universalmessen von Fachmessen abgelöst. Im Jahr 1996 wurde ein neues Messegelände am Stadtrand erbaut und begonnen neue Nutzer für die Alte Messe Leipzig zu suchen. Die Messegesellschaft steht seither national in Konkurrenz mit vielen, oft erheblich größeren Standorten wie Hannover, Frankfurt oder Düsseldorf und muss sich in einem engen Markt behaupten. Zu den wichtigsten Messen des Jahres zählen heute die Leipziger Buchmesse und die Automobil International. Mit der Games Convention (GC) konnte erstmals eine Messe etabliert werden, die in Europa Alleinstellungsmerkmale besitzt.
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