Zwickau ist eine Stadt im Südwesten des Freistaates Sachsen. Sie ist nach Leipzig, Dresden und Chemnitz die viertgrößte Stadt sowie eines der 6 Oberzentren Sachsens und hat den Status einer kreisfreien Stadt. Zwickau bildet einen Kern der „Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau“ und zusammen mit Chemnitz, Dresden, Leipzig und Halle die „Metropolregion Sachsendreieck“.Zwickau liegt im Vorland des Erzgebirges im Naturraum des Erzgebirgsbeckens in einer weiten Talaue am Westufer der Zwickauer Mulde. Im Karbon, also in vorgeschichtlicher Zeit, entwickelte sich am Fuße des Variskischen Gebirges ein Urwald aus Farnen, Riesenbärlappen und Schachtelhalmen, dessen Überreste später unter Rotliegendem und Gebirgsschutt Steinkohle bildeten und für mehrere 100 Jahre Bergbau in der Zwickauer Region ermöglichten. Die nächsten größeren Städte sind Chemnitz, ca. 31 km östlich, Gera, ca. 33 km nordwestlich, und Leipzig, ca. 70 km nördlich von Zwickau. Historische Gebäude in Zwickau * Lindenhof: Das „Grand Ball Etablissement Lindenhof“ wurde am 7. Oktober 1893 eröffnet. Der Gastwirt Bruno Beyer übernahm von August Lemmrich den Lindenhof und eröffnete ihn am 15. Oktober 1903 neu. Das Gebäude erwarb sich einen hervorragenden Ruf als Unterhaltungs- und Veranstaltungsstätte. Im Lindenhof gastierten z. B. wandernde Filmtheater; damals eine besondere Attraktion. Vom 30. Juli bis zum 3. August 1909 fand im Lindenhof der XXIV. Kongress der Allgemeinen Radfahrer-Union statt. Bruno Beyer starb 1918 und in den 1920er Jahren ging die Bedeutung des Gebäudes zurück. Am 25. Dezember 1934 übernahm Fritz Berger den Lindenhof; er nahm wieder regelmäßige Varieteveranstaltungen ins Programm auf, so erlangte das Haus wieder internationales Ansehen. Fast täglich wurden Vorstellungen gegeben, und die Sonderbusse verstopften die umliegenden Straßen. Am 19. März 1945 traf eine US-amerikanische Bombe das Bühnenhaus des Lindenhofes. Das Großvarieté Lindenhof gab nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals am 1. September 1945 wieder Vorstellungen. In der Nacht vom 2. zum 3. Januar 1946 brannte das Bühnen- und Zuschauerhaus des Lindenhofes ab. Am 1. September 1950 konnte das vergrößerte Etablissement Lindenhof, mit 1.500 Plätzen das größte Varieté Sachsens, nach beendetem Wiederaufbau neu öffnen. In den Räumen des Varietés veranstaltete man neben den großen Bühnenshows auch Konzerte, Betriebsfeiern, Kongresse und Versammlungen. Im Juli 1992 fand im Varieté Lindenhof kurz vor seinem 100jährigen Jubiläum die letzte Vorstellung statt. Am 19. Januar 2000 wurde das Eckhaus Marienthaler Straße/Luisenstraße mit der Gaststätte Lindenhof abgebrochen, 2003 folgte der Abriss des Varietés. * Schwanenschloss: Das Schloss wurde im Jahre 1836 erbaut und in den Jahren 1861 sowie 1886 teilweise verändert. Es wurde vom Zwickauer Architekten Emil Gutwasser erbaut. Im Jahre 1903 erhielt das Bauwerk eine Säulenkolonnade. 1993 wurde das Schloss nach erheblichem Verfall abgerissen. Sport in Zwickau * Der Stadtsportbund Zwickau e. V. koordiniert die sportlichen Aktivitäten der 107 städtischen Sportvereine. * Der FSV Zwickau spielt nach einem Jahr in der Fußball-Landesliga Sachsen (5. Liga) ab der Saison 2006/2007 wieder in der NOFV-Oberliga Süd (4. Liga). Die Tradition reicht vom ZSG Horch Zwickau, dem ersten DDR-Fußballmeister, über den BSG Motor Zwickau, Pokalsieger 1963 und 1967, den BSG Sachsenring Zwickau, Pokalsieger 1975, bis zur Gründung des FSV Zwickau e. V. am 31. Januar 1990. Die Höhepunkte waren die Spiele der BSG Sachsenring Zwickau im Europapokal der Pokalsieger in der Saison 1975/76. Die Mannschaft erreichte damals das Halbfinale und traf auf internationale Spitzenvereine aus Athen, Florenz, Glasgow und Anderlecht. Einer der bekanntesten ehemaligen Spieler ist Jürgen Croy. Von 1994–1998 spielte die Mannschaft des FSV Zwickau in der 2. Bundesliga und war ein wichtiger Imageträger für die Stadt Zwickau. * Der RSC-Rollis Zwickau (Rollstuhlbasketball) spielt in der 1. Bundesliga und wurde im Jahr 2002 Deutscher Meister, im Jahr 2003 Deutscher Rollstuhlbasketball Pokalsieger und 2004 Europapokalsieger der Pokalsieger. Außerdem wurde im Jahr 2005 der 4. Platz im Champions-Cup (vergleichbar mit der Champions-League im Fußball) erreicht. * Der ESV Lokomotive Zwickau e. V. (Mitglied im Verband Deutscher Eisenbahner Sportvereine) ist mit ca. 1.900 Mitgliedern der zahlenmäßig stärkste Sportverein Zwickaus. In 14 Abteilungen werden verschiedenste Sportarten auf breiten- und leistungssportlichem Niveau betrieben. * Der BSV Sachsen Zwickau e.V. entstand am 08.08.1990 aus der bereits 1969 gegründeten Handballsektion der Betriebssportgemeinschaft Sachsenring Zwickau. Derzeit befinden sich 11 Mannschaften im Spielbetrieb, von der Stadtliega bis zur 2. Bundesliga der Frauen. In der Saison 1991/92 und 1995/96 spielte man Erstklassig.
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